Katzen und gefangene Mäuse

Wenn Katzen Freigang haben, gehen sie dabei auch ihrer spannendsten Beschäftigung nach, dem Mäusefang. Sie sind nun einmal leidenschaftliche Jäger und von Natur aus ideal auf die Mäusejagd vorbereitet: Unendliche Geduld beim Belauern, scharfe Sinne beim Aufspüren, spitze Zähne und Krallen beim Erhaschen. Wenn die Maus aber gefangen ist, gibt es für die Katze ein Problem. Nicht immer ist eine Hauskatze nämlich so hungrig, dass die Maus sofort getötet und verzehrt wird. Da keimt in der klugen Katze ein Gedanke: Frauchen ist zwar lieb und nett, leider aber unfähig zum Mäusefang. Also wird sie sich bestimmt über eine noch lebende Maus freuen (?). Deshalb kommen einige Katzen ins Wohnzimmer und legen ihren Menschen stolz eine Maus auf den Teppich. Wie soll man sich da verhalten? Es kränkt eine Katze ungemein, wenn das hochherzige Geschenk mit spitzen Schreien in den Garten gescheucht wird. Das korrekte Vorgehen: Die Maus mit Dankesworten entgegennehmen und später hinter dem Rücken der Katze diskret nach draußen entsorgen. Dies natürlich nur, wenn die Maus noch intakt, also nicht verletzt ist. Sonst müsste man sie schmerzlos töten. Abgewöhnen kann man Katzen die Mäusejagd an sich nicht! Von einer Tierfreundin mit mehreren Katzen erfuhr ich ein "Rezept", wie man diese unerwünschten Geschenke vermeiden kann. Sie nimmt die Maus in Empfang und schenkt sie demonstrativ einer anderen Katze. Das kränkt die Jägerin, und sie wird es in Zukunft hoffentlich bleiben lassen. Machen Sie sich klar, Katzen sind Jäger – wer das nicht akzeptieren will, wird mit einem Kaninchen besser zurechtkommen!