Das richtige Futter im Frühjahr

Ab wann sollte mit der Fütterung der Gartenteichfische begonnen werden? Diese Frage wird im Nachbarschaftskreis häufig diskutiert, sollte aber besser heißen: Ab welcher Wassertemperatur sollte welches Futter gefüttert werden? Denn die meisten Tiere im Gartenteich (außer Enten) sind wechselwarm und passen ihren Stoffwechsel an die Umgebungstemperatur an. Wie stark abhängig von der Temperatur der Stoffwechsel ist, zeigt eindrucksvoll die als Faustformel aus den Naturwissenschaften bekannte RGT-Regel (Reaktionsgeschwindigkeits-Temperatur-Regel): Bei einer Temperaturerhöhung um 10 Grad verdoppeln sich die Reaktionsgeschwindigkeiten und daher auch der Stoffwechsel der Fische. Koi z. B. zeigen ein deutliches Wachstum erst ab einer Wassertemperatur von 17 Grad. Um eine verlässliche Aussage treffen zu können, ist ein Thermometer unverzichtbar. Die Fische, die in der Winterruhe die körpereigenen Energiereserven weitgehend aufgezehrt haben, beginnen bei steigender Temperatur mit der Futtersuche. Aber augenscheinlich hungrige, nach Futter suchende Fische sollten aus folgenden Gründen nicht gleich händeweise mit Fischfutter versorgt werden: Die Aufnahme neuer Nahrung erfolgt in Abhängigkeit des Angebotes und der Wassertemperatur. Wichtig: Fische wollen schon bei relativ niedrigen Temperaturen fressen, was bei der im Teich enthaltenen Naturnahrung (abgestorbene Wasserpflanzen, Kleinkrebse, Insektenlarven) kein großes Problem darstellt. Schwierig wird es jedoch, wenn bei niedrigen Temperaturen unter 10 Grad Kunstfutter angeboten wird. Der Unterschied der "lebenden" zur künstlichen Nahrung besteht nämlich in der Beladung mit Mikroorganismen. Wasserpflanzen, Insektenlarven und Kleinkrebse bringen in das Verdauungssystem des Fisches eigene Mikroorganismen mit, die den Verdauungsprozess unterstützen, und außerdem ist das natürlich vorkommende Futter mengenmäßig stark begrenzt. Kunstfutter ist auf die Darmflora angewiesen, die der Fisch zur Verfügung stellen kann, und diese ist im Frühjahr noch in der Entwicklung und wenig aktiv. Zuviel Kunstfutter wird also bei niedrigen Temperaturen nicht verwertet und kann sogar zu ernsthaften Schwierigkeiten bis hin zu Fischausfällen führen. Ab 12 Grad kann das Füttern mit einem leicht verdaulichen Futter begonnen werden. Futter mit einem hohen Anteil an Weizenkeimen (Wheat Germ) sind nach der Winterruhe das richtige Futter für Fische. Man tut den nach Futter suchenden Fischen also keinen Gefallen, wenn man sie nach der Winterruhe übermäßig stark füttert, da sich die Darmflora erst noch entwickeln muss und bei niedrigen Temperaturen auch nicht vernünftig arbeitet.

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